Klimaschutz und Gesundheit

Wissenschaftler/-innen zeigen in vielerlei Hinsicht die Zusammenhänge zwischen Klima- bzw. Umweltschutz und der Gesundheit von Mensch und Tier auf. Nicht nur beim Artensterben ist dies offensichtlich. Auch die Ausbreitung von Pandemien steht im direkten und indirekten Zusammenhang mit der Zerstörung von Ökosystemen.

Die Wahrscheinlichkeit von Pandemien steigt mit der zunehmenden Vernichtung von Ökosystemen

https://www.riffreporter.de/flugbegleiter-koralle/pandemie-interview-settele-spangenberg/

Interview mit den Umweltforschern Josef Settele und Joachim Spangenberg zum Zusammenhang von Corona-​Krise und Umweltzerstörung:

Denn nur, wenn wir diesen Zusammenhang verstehen, können wir künftigen Pandemien vorbeugen.

Das Problem liegt in unserem Umgang mit der Natur, wo wir die Tierwelt in die Enge treiben und es dadurch zu verstärkten direkten Kontakten kommt – und dabei spielen viele Tiergruppen eine Rolle.

Die Menschheit schafft geradezu die Bedingungen dafür, dass sich Krankheiten ausbreiten. Wir reduzieren die Barrieren zwischen dem Menschen und den Wirtstieren, in denen solche Viren natürlicherweise zirkulieren.

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Artenschutz als Helfer im Kampf gegen Viren

(Simone Sommer, Zoologin an der Universität Ulm)

https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/coronavirus-zoonose-artenschutz-100.html

Corona ist nur ein Krankheitserreger von vielen, die vom Tier auf den Menschen übertragen wurden. Forscher glauben, die Gefahr nimmt zu. Ein Grund dafür ist das Artensterben. Bei der Frage, woher genau das neue Coronavirus SARS-CoV-2 eigentlich kommt, tappt die Wissenschaft weitgehend im Dunklen. Die Spur führt auf einen Markt im chinesischen Wuhan, auf dem Wildtiere angeboten wurden und der Virus auf den Menschen übersprang.

 Solche Infektionskrankheiten, die die Artenschranke überwinden, werden Zoonosen genannt.

Daran, dass Zoonosen zunehmen, hat der Mensch ganz offenbar Mitschuld – nicht nur, weil er den Lebensräumen vieler Tiere immer näher kommt. Er stört intakte Ökosysteme und sorgt dafür, dass die Artenvielfalt immer weiter abnimmt. Und das hat auch für die Übertragung von Viren Konsequenzen: die Tiere durchmischen sich weniger und haben mehr Kontakte untereinander.

„Was wir aus unserer Arbeit lernen, ist, dass Umweltschutz, Naturschutz, Vermeidung der Abholzung von Regenwäldern der beste Schutz vor Zoonosen ist.“

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Führt Luftverschmutzung zu mehr Todesfällen beim Coronavirus?

https://www.quarks.de/gesundheit/medizin/ist-feinstaub-schuld-an-den-vielen-todesfaellen-in-italien/

Orte mit hoher Luftverschmutzung sind besonders vom Coronavirus betroffen.

Angeblich soll Feinstaub das Virus transportieren. Richtig ist: Besonders betroffene Regionen wie die Lombardei im Norden Italiens zeigen eine auffällige Luftverschmutzung. (Auswertung der Europäischen Umweltbehörde)

Ein sogenanntes Positionspapier dreier italienischer Institute hat die Luftverschmutzungsdaten eines bestimmten Zeitraums mit der Ausbreitung des Virus verglichen und Zusammenhänge gesehen. Wissenschaftler aus Deutschland und den USA zeigen ähnliche Ergebnisse auf.

Zwischen dem 10. und 29. Februar wurden die Grenzwerte von 50 Mikrogramm Feinstaub (PM2.5 und PM10) mehrfach überschritten und den Forschern zufolge zeigte sich bis zu 14 Tage darauf ein deutlicher Anstieg in der Ausbreitung von Covid19. Die Hypothese der Forscher lautet: Der Feinstaub trägt zur Verbreitung der Viren bei. Sie sprechen von einer Art “Autobahn für Viren“.

Ähnliches veröffentlichten Wissenschaftler zuvor bereits im Fachjournal Nature. Unklar ist allerdings, ob die Viren auf den Feinstaubpartikeln infektiös sind und ob sie es auch über einen längeren Zeitraum bleiben.

Feinstaub ist allerdings nur einer von vielen Faktoren.

Allgemein gilt: eine Mehrzahl an Studien sieht einen Zusammenhang zwischen Feinstaub und Lungenentzündungen. Genauso kann eine höhere Konzentration an Feinstaub beeinflussen, wie schwer die Krankheit verläuft und ob sie letztlich tödlich endet.

Die Feinstaub- oder Stickstoffdioxidbelastung zu reduzieren, da ist sich die Wissenschaft einig, wird die Gesundheit der Menschen in jedem Fall verbessern – es kommt zu weniger Lungen- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die zu den größten Gesundheitslasten weltweit zählen

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Umwelteinflüsse auf die Gesundheit

https://www.umwelt-im-unterricht.de/hintergrund/umwelteinfluesse-auf-die-gesundheit/

Belastungen aus der Umwelt zählen neben der sozialen Lage und dem individuellen Lebensstil zu den wichtigsten Einflussfaktoren auf Gesundheit und Lebenserwartung der Deutschen. Vor allem die Luftverschmutzung und Lärm beinträchtigen die Gesundheit. Ein großer Teil der Bevölkerung fühlt sich durch Lärm belästigt.

Die menschliche Gesundheit ist aufs Engste mit Umwelteinflüssen verbunden. Reine Luft, sauberes Trinkwasser, eine intakte Natur – das sind Voraussetzungen für ein gesundes Leben.

Statistischen Daten machen deutlich, dass bestimmte Umweltprobleme erhebliche Auswirkungen haben:

  • die Luftverschmutzung ist jährlich weltweit für sieben Millionen vorzeitige Todesfälle verantwortlich, so eine Studie der Weltgesundheitsorganisation vom März 2014.
  • Das Umweltbundesamt hat errechnet, dass in Deutschland jährlich durchschnittlich etwa 47.000 vorzeitige Todesfälle auf die Feinstaubbelastung zurückgeführt werden können.

Saubere Luft zu atmen, ist ein Grundbedürfnis des Menschen:

  • Feinstaubpartikel gelangen mit der Atemluft tief in die Atemwege und in die Lunge, die kleinsten Partikel sogar aus der Lunge ins Blut und darüber in andere Organe.
  • Die Langzeitbelastung mit Feinstaub wird mit verschiedenen Erkrankungen in Verbindung gebracht. Sie erhöht bei Kindern zum einen das Risiko chronischer Erkrankungen

Nahrung und Wasser:

  • Über Nahrung und Trinkwasser können Mikroorganismen oder chemische Stoffe in den Körper gelangen, die Gesundheitsprobleme auslösen.
  • In manchen Regionen der Erde stellt dies eine erhebliche Gefahr dar. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sterben weltweit täglich mehr als 4.000 Kinder an den Folgen von Durchfallerkrankungen, die im Wesentlichen durch verunreinigtes Trinkwasser und mangelnde Hygiene verursacht werden.
  • Aus der Landwirtschaft können außerdem Düngemittel, aber auch Schädlingsbekämpfungsmittel ins Grundwasser gelangen. 
  • Im Grundwasser werden zudem Spuren von Arzneimitteln nachgewiesen.

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Artensterben

https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Artensterben

Der anthropogene Klimawandel hat das Leben auf der Erde erreicht.

Die biologischen Arten zeigen eine andere Frühlingsphänologie, sie stellen ihr Wachstum auf die neuen Bedingungen ein, sie ändern ihre Verbreitungsgebiete und setzen sich neu zusammen, und sie werden teilweise verstärkt von Krankheiten und Schädlingen bedroht.

In den nächsten Jahrzehnten ist mit weiter steigenden Temperaturen, größerer Trockenheit in den einen und stärkeren Niederschlägen in vielen Regionen zu rechnen. Die Anpassungsfähigkeiten einzelner Arten könnten zunehmend überfordert sein.

Globale Modelluntersuchung zu dem Ergebnis, dass schon bis 2050 ein erheblicher Teil der heutigen auf dem Land lebenden Arten dem Klimawandel zum Opfer gefallen sein könnte:

Eine besondere Bedrohung wird dabei darin gesehen, dass viele Arten nicht in der Lage sein werden, geeignete Klimabereiche durch Migration zu erreichen, weil die Landschaften inzwischen durch menschliche Nutzung zu stark fragmentiert sind.

Lärmwirkung

Lärm ist in Deutschland ein gravierendes Umweltproblem. In vielen Städten ist es zu laut, auch an vielen Hauptverkehrsstraßen sowie an Bahnstrecken und in der Nähe von Flughäfen. Allein an den vom Umweltbundesamt untersuchten Straßen sind 9,5 Millionen Menschen von Lärm betroffen, der über 55 Dezibel liegt. Bei diesem Pegel können erhebliche Belästigungen und Störungen der Kommunikation auftreten

Strahlung

Strahlung, die von Handys und Mobilfunkmasten ausgeht, aber auch von Stromversorgungsnetzen, wird als elektromagnetisches Feld bezeichnet. Auch diese Art der Strahlung kann gesundheitliche Folgen haben.

Fazit: Umweltschutz ist Gesundheitsschutz!! 😊